Neubau der Feuerwache Kiefersfelden
Antrag für Neubau unserer Wache durch Gemeinderat genehmigt.
In die Jahre gekommen ist der Gebäudekomplex der Freiwilligen Feuerwehr Kiefersfelden. Jetzt ist ein Neubau in Planung. 2019 soll Baubeginn sein, 2021 die Fertigstellung. Vom Architekturbüro Zeller und Romstätter aus Traunstein wurde in der jüngsten Sitzung die Projektstudie zum Neubau des Feuerwehrhauses für die FFW-Kiefersfelden vorgestellt. Das Projekt soll fünf Millionen Euro kosten. Die Gemeinderäte beauftragten danach die Planer, einen Planvorentwurf zu erstellen und zu prüfen, inwieweit bei der Umsetzung des Bauvorhabens die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich ist. Selbstverständlich seien dabei auch der Bedarf und die Anregungen der Feuerwehr mit einzubeziehen. Geplant ist, in dem zweistufigen Baukomplex insgesamt zehn Stellplätze für Einsatzfahrzeuge und Rettungsboot, Funktionsräumenördliwie Trocknungsraum oder Kleiderkammer, sanitäre Anlagen, Besprechungs- und Schulungsräume sowie Lagerstätten, Aufenthaltsraum und Büros einzurichten. Dabei liegen die Vorstellungen von Feuerwehr und Planer „schon ziemlich nah beisammen“. Jetzt geht es um die Feinabstimmung. Offen sind noch Fragen einer eventuellen Unterkellerung und ob eine Hausmeisterwohnung eingerichtet werden soll. Das 80 Jahre alte Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Kiefersfelden soll in zwei Bauabschnitten komplett abgerissen und Zug um Zug neu aufgebaut werden, vor allem, damit die Einsatzfähigkeit der Blauröcke stets gegeben ist. Der Neubau findet auf dem bestehenden Grund statt, er wird aber deutlich größer, moderner und funktionaler. Die erste Kostenschätzung beläuft sich auf rund fünf Millionen Euro, wobei hier noch nicht die zu erwartenden Fördergelder des Freistaats abgezogen sind. Besonders beeindruckend ist, dass die Feuerwehr von Beginn an sehr engagiert mit im Boot war und in Eigenregie Vorleistungen erbracht hat, die die kostengünstigere Planung ermöglichten. Geplant ist der Baubeginn im nächsten Jahr, die Fertigstellung des Neubaus soll dann im Jahr 2021, rechtzeitig zum 150-jährigen Bestehen der FFW-Kiefersfelden erfolgen. Zunächst aber ist im weiteren Fortgang noch eine Vielzahl von Erfordernissen zu erfüllen. Vor allem die zwingend vorgegebene, europaweite Ausschreibung wird einige Zeit andauern und könne die Fertigstellung des Projekts durchaus verzögern, hieß es in der Sitzung.
Bericht Hoffmann
Der Neubau des Feuerwehrhauses wird sich ins Jahr 2021 verschieben,
so die Prognose.
Keine Prognose zur Finanzlage der kommenden Jahre infolge der Corona-Pandemie wollte Bürgermeister Hajo Gruber (UW) vor dem Verwaltungs- und Finanzausschuss abgeben, „denn wir wissen nicht, wie sich das alles noch auswirkt“. Kämmerer Sebastian Senftleben verwies dazu auf die geschätzten Steuermindereinnahmen des Arbeitskreises Steuereinnahmen Bund/Länder vom Mai. Danach werden dem Bund in diesem Jahr knapp 99 Milliarden Euro an Einnahmen fehlen, für die Kommunen bundesweit 15,6 Milliarden Euro, wobei der Bayerische Gemeindetag von einem Minus von 2,2 Milliarden Euro für die bayerischen Kommunen ausgeht. Betroffen sind davon insbesondere der Bereich der Gewerbesteuer sowie der Anteil an der Einkommens- und Umsatzsteuer.
Gemeinderat Kiefersfelden befürwortet Projekt einstimmig – Fertigstellung bis 2022
Kiefersfelden bekommt ein neues Feuerwehrhaus. Der Gemeinderat befürwortete einstimmig das Projekt, das mit 6,7 Millionen Euro veranschlagt ist. Mit einer beschleunigten Bauleitplanung könnte schon bald die Baugenehmigung dem Rathaus zugehen, selbstverständlich aber erst nach öffentlicher Auslegung des Entwurfs des Bebauungsplans „Neubau Feuerwehrhaus“ des Planungsverbands „Äußerer Wirtschaftsraum München“. Dazu kommen noch die notwendigen Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. „Wenn alles da ist, könnten wir anfangen“, bekräftige Bürgermeister Hajo Gruber.
Gebäude in Trapezform
„Eine jede Feuerwehr kann nur so gut funktionieren, wie ihre Ausbildung und auch technische Ausstattung ist“, so Bürgermeister Hajo Gruber eingangs der jüngsten Gemeinderatsitzung. Und mit diesen Worten gleich zu Beginn der Diskussion um den Neubau des Feuerwehrhauses setzte er ein Ausrufezeichen. Weiter führte er aus, „dass wir ein zukunftsfähiges Feuerwehrhaus bekommen müssen, das den Anforderungen standhält“. Den Planentwurf dazu stellten Hans Gfäller und Michael Horn (AG Baumann – Gfäller – Horn) dann den Räten ausführlich vor. „Es war sowohl für uns Architekten als auch für die anderen Beteiligten eine fruchtbare und spannende Planungszeit, in der wir zu folgendem Ergebnis gekommen sind“. Auf der relativ kleinen Grundfläche von 1.500 Quadratmetern, die im Wesentlichen gleich ist mit der jetzigen, auf der das Feuerwehrhaus steht, soll ein zweigeschossiges Haus in Trapezform entstehen, mit zehn großen Toren und entsprechenden Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge.
„So schmiegt sich der geplante Neubau am besten in das bestehende Gelände sowohl topografisch als auch optisch ein“, erklärte Gfäller. Zu den Plätzen für die Fahrzeuge kommen noch Lehr- Funktions-, Umkleide und Aufenthaltsräume hinzu, ein Foyer und ein offenes Treppenhaus, beschirmt von einem traditionellen Satteldach, sind ebenfalls angedacht. „Schon allein um allen diesen Anforderungen gerecht zu werden, war die Trapezform des Gebäudes raumtechnisch ein Treffer“. Weiter geplant ist eine Solaranlage auf dem Dach des Hauses, die von den Gemeindewerken installiert werden soll. In den Augen des Rathauschefs „könnte man es nicht besser planen“ und auch die Gemeinderatsmitglieder sahen es so oder ähnlich. Allerdings entstehen der Gemeinde Kiefersfelden nicht unerhebliche Gesamtkosten in Höhe von rund 6,7 Millionen Euro, wovon an Fördergeldern etwa 800.000 Euro zurück in den Gemeindesäckel fließen könnten. Hinzu kommen dann noch die Kosten für den Feuerwehrumzug und den etwa 15-monatigen Behelfsaufenthalt, wobei hier die Planungen schon weit fortgeschritten und mit circa 65.000 Euro veranschlagt sind. Zur Durchführung äußerte sich Architekt Gfäller, dass zunächst der Abriss des alten Gebäudes erfolgen müsse, vielleicht Anfang des nächsten Jahres und „da muss die Feuerwehr dann auch in die Behelfsunterkünfte umziehen“.
Zunächst Umzug in Container
Wenn alles klappt, sollte das neue Feuerwehrhaus im Frühjahr / Sommer 2022 bezugsfertig sein. Mit diesem Plan könnte sich auch Feuerwehrkommandant Kilian Hager anfreunden, der schon gewisse Probleme sieht, wenn er und seine Mitstreiter sowie der Fuhrpark und die technische Ausstattung gleich zwei Winter in der Behelfsunterkunft (geplant sind Container) bleiben müssten. Vor der Abstimmung über das Millionenprojekt ließ der Bürgermeister keinen Zweifel darüber, „dass wir im Wesentlichen die Kosten mit Krediten finanzieren müssen“, da nicht nur er einen erheblichen Einbruch bei den Haushaltseinnahmen infolge der Corona-Pandemie befürchtet. Doch vor der unbedingten Notwendigkeit des Neubaus des Feuerwehrhauses war das letztlich kein Argument, den Plänen eine Absage zu erteilen und alle Gemeinderatsmitglieder stimmten dem Architektenentwurf ohne Wenn und Aber zu.
Text: Franz Hoffmann